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Medizinische Dokumentation · Stand 19. Juli 2026

On-Premise Sprachassistent Medizin: Entwurf statt Autopilot

Ein medizinischer Sprachassistent kann Diktate oder Gespräche transkribieren und Dokumentationsentwürfe strukturieren. Die fachliche Verantwortung bleibt beim Menschen: prüfen, korrigieren, freigeben.

Kontrollierter Datenfluss

Vom gesprochenen Wort zur freigegebenen Dokumentation

  1. 1
    Aufnahme

    Mikrofon, Nutzeridentität und Behandlungsbezug werden eindeutig zugeordnet.

  2. 2
    Spracherkennung

    Audio wird transkribiert; Fachbegriffe und Eigennamen werden als eigene Qualitätsdimension geprüft.

  3. 3
    Strukturierung

    Das LLM überträgt Inhalte in eine freigegebene Vorlage, ohne fehlende Fakten zu erfinden.

  4. 4
    Fachliche Prüfung

    Autorisiertes Personal sieht Ausgangstext, Entwurf, Änderungen und Unsicherheiten.

  5. 5
    Übernahme

    Erst nach Freigabe wird der Text dokumentiert; Audio und Zwischenstände folgen definierten Löschfristen.

Pilot-Messpunkte

Qualität getrennt messen

  • Wortfehlerrate bei Fachbegriffen, Namen und Dosierungen
  • Vollständigkeit gegenüber freigegebener Vorlage
  • erfundene, vertauschte oder ausgelassene Aussagen
  • Korrekturzeit bis zur fachlichen Freigabe
  • Abbruch- und Ablehnungsfälle
Sicherheitsgrenzen

Kein stiller Weg in die Akte

  • keine ungeprüfte KIS-Übernahme
  • keine Diagnose- oder Therapieempfehlung im Einstieg
  • keine unkontrollierte Audio-Aufbewahrung
  • keine Nutzung realer Patientendaten in offenen Testdiensten
  • kein Supportzugriff ohne Rollen- und Protokollkonzept
Betriebsoptionen

Lokale GPU oder privates EU-Rechenzentrum?

Lokale GPU

Passend für Offline-Anforderungen, enge Netze und vollständige Infrastrukturkontrolle. Dafür trägt die Organisation Patch-, Backup- und Kapazitätsverantwortung.

Dediziertes EU-Hosting

Passend, wenn eigene GPU-Administration fehlt. AVV, Supportzugriffe, Unterauftragnehmer, Schlüssel und Löschung müssen nachgewiesen werden.

Hybrider Datenweg

Audio und Patientenkontext bleiben lokal; nur klar definierte, minimierte Verarbeitungsteile werden ausgelagert. Schnittstellen und Re-Identifikationsrisiken prüfen.

Vollständige Krankenhaus-Entscheidungsmatrix →

Fragen zum medizinischen Sprachassistenten

Was ist ein On-Premise-Sprachassistent für Medizin?

Er verarbeitet Sprache und medizinische Dokumentationsentwürfe in einer kontrollierten Umgebung. Typisch sind Spracherkennung, Strukturierung, Kontext aus freigegebenen Systemen und eine Oberfläche zur fachlichen Prüfung. Erst nach Freigabe wird ein Ergebnis in das Zielsystem übernommen.

Ist Spracherkennung dasselbe wie ein LLM?

Nein. Spracherkennung wandelt Audio in Text um. Ein Sprachmodell kann den Text anschließend gliedern, zusammenfassen oder in eine Vorlage übertragen. Beide Komponenten haben eigene Qualitäts- und Datenschutzrisiken und sollten separat getestet werden.

Kann der Assistent Arztbriefe automatisch versenden?

Für einen kontrollierten Einstieg sollte er nur Entwürfe erzeugen. Fachliche Prüfung, Korrektur und Freigabe bleiben bei autorisiertem Personal. Eine automatische Übernahme oder Versendung braucht zusätzliche Validierung und Prozesskontrollen.

Müssen Audiodaten gespeichert werden?

Nicht zwingend. Je nach Zweck kann Audio nach der Transkription verworfen werden. Ob und wie lange Audio, Transkript, Entwurf und Protokolle gespeichert werden, muss vorab festgelegt und technisch umgesetzt werden.

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